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Ich benutze für meine Panzer meist Einzelkettenglieder aus Zinn von der ungarischen
Firma Friul-Model. Diese Ketten sind voll beweglich, gut detailliert und
geben dem Modell ein gewisses Gewicht und einen realistischen
Kettendurchhang, der aber nicht übertrieben werden sollte. Sehr gute
Ketten gibt es auch von der japanischen Firma Modelkasten. Diese Ketten
sind ebenfalls voll beweglich, jedoch aus Plastik und erfordern einige
Übung und viel Zeit beim Zusammenbau. Es gibt noch Ketten aus Resin von
der Firma Lion-Marc und natürlich die originalen Einzelkettenglieder und
Vinyl-Ketten die in den Bausätzen beiliegen. Vinylketten benutze ich für
meine Modelle nicht, da mir diese aufgrund der meist schlechten
Verarbeitung überhaupt nicht zusagen.
Viele Modellbauer bemalen die Ketten entweder zu dunkel oder verrosten
diese. Verrostete Ketten gibt es eigentlich nur, wenn diese nicht in
Gebrauch sind. Da aber die meisten Kampfpanzer sich im harten Einsatz
befanden, hatten die Ketten eigentlich kaum Gelegenheit zu verrosten. Es
konnte höchstens Flugrost ansetzen. Ich habe mir für das Bemalen von Panzerketten, folgende Technik
angewöhnt. Das gilt eigentlich für alle Ketten, egal ob nun die
originalen Ketten vom Bausatz, oder Ketten aus dem Programm der
Hersteller für Zurüstsätze.
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Die
zusammengeklebten Einzelkettenglieder (MagicTracks) vor der
Farbgebung |
Die Ketten
wurden mit Auspuff-Metall von ModelMaster (Testors) mittels
Airbrush gespritzt |
Das
Einstreichen der Kettenglieder mit stark verdünntem Gunze Rost |
Die Ketten mit
der Farbe Gunze Rost sind jetzt getrocknet |
verschiedenfarbige zerstoßene Pastellkreiden, praktisch in
Zigarilloschachteln |
Die Zusammengebaute Kette wird mit Metalizer "Auspuffmetall" (Exhaust)
von Modelmaster (1406) gespritzt. Die so genannten Metalizer sind
Metallfarben auf Nitro-Basis. Sie gibt es in verschieden Metalltönen im
Fachhandel. Die Trocknungszeit beträgt nur wenige Minuten, jedoch sollte
man sie nach dem Spritzen mindesten 30 Minuten trocknen lassen. Die
Ketten haben jetzt einen sehr dunklen leicht metallischen Farbauftrag.
Als nächstes benutze ich Rostfarbe von Gunze (H-452), die ich mit
Spiritus extrem verdünne. Die Konsistenz sollte wie gefärbtes Wasser
sein. Mit dieser Farbbrühe pinsele ich nun großzügig mit einem
Flachpinsel, die Ketten ein. Bei dieser Methode sollte die Farbe an den
Gussrändern haften und austrocknen.
Da die Ketten jetzt noch immer etwas "neu" aussehen, kommen wir nun zur
Verschmutzung. Dazu nehme ich zerstoßene Pastellkreide von Schmincke und
Rembrandt. Diese Kreiden haben nur wenig Bindemittel und lassen sich
sehr gut verarbeiten. Die Kreide gibt es in sehr viel verschiedenen
Farbtönen. Je nachdem wo unser Panzer eingesetzt war, sollte man auch
die passenden Farbtöne auswählen. Ich nehme dazu meist einen Grundton,
den ich dann später noch weiter behandle. Die Pastellkreide wird mit
Balsamterpentin verdünnt und aufgelöst und danach, je nach gewünschtem
Verschmutzungsgrad auf die Ketten mit einem Pinsel aufgetupft.
Vorsicht
hierbei nur tupfen, nicht streichen, da sonst die darunter liegende
Farbe verwischt werden könnte. Man kann dazu auch einen kleinen Schwamm
verwenden. Er erfolgt nun das obligatorische Trocknen. Man sollte das
normal an der Luft tun und nicht mittels Fön verkürzen, da sonst der
noch lose Farbstaub wegfliegen würde. Man kann jetzt erkennen, dass die
Ketten "Dreck" aufgesammelt haben.
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Die Ketten sind mit zerstoßener
Pastellkreide in verschiedenen Farben behandelt |
Die vordere Kette ist nun mit verschiedenen Pigmenten betupft
worden. Man sieht die Farbnuancen |
Die mit Stahl und an den Kettenhörnern mit Aluminium
Trockengemalten fertigen Ketten |
In
der Detail- und Makroaufnahme kann man gut den aufgesammelten
Dreck (Pastellkreide) erkennen |
Als nächstes versiegele ich die so behandelten Ketten mit matten
Klarlack, um einen Halt der Pastellkreide an den Ketten zu erreichen.
Ich benutze dazu Acryl-Holzlack "Matt" aus dem Baumarkt. (500ml Flasche
ca. 4 Euro).
Da jede Erde auch in der Natur verschiedene Farbtöne hat,
berücksichtigen wir das auch an den Ketten. Ich nehme dazu verschiedene
Farbpigmente, diese gibt es direkt für den Militärmodellbau von der
spanischen Firma MIG, aber es können Pigmente anderer Hersteller
verwendet werden. Die Pigmente nehme ich mit einem Flachpinsel auf und
tupfe und verstreiche sie vorsichtig auf den Ketten. Als nächstes kommt
wieder eine dünne Versiegelung.
Der letzte Arbeitsgang ist die
Darstellung des Abriebs an den Stellen wo die Kettenglieder durch die
Bewegung beansprucht werden. Da sind die Laufflächen, die Kettenhörner
und die Auflagefläche der Laufrollen. Ich benutze dazu wieder den
Modellmaster Metalizer. Diesmal aber die Farbe "Stahl" (1420) und an den
Kettenhörnern Aluminium. Der Abrieb wird durch Trockenmalen der zuvor
beschriebenen Stellen erreicht. Man nimmt dazu mit einem Flachpinsel
etwas dickeflüssige Farbe auf, die sich auf dem Boden des Farbglases
absetzt und streicht sie an einem Papiertaschentuch so ab, dass nur sehr
wenig trockene Farbe am Pinsel haften bleibt. Mit dieser wenigen
trockenen Farbe pinselt man diese Flächen so lange "trocken" bis ein
metallischer Effekt entsteht. Wenn die Farbe am Pinsel weniger wird,
wiederholt man das Ganze. Diese meine Methode soll hier kein Dogma sein, sondern nur eine Hilfe
für die Erstellung realistisch aussehender Ketten. Wer die Ketten an
seinen Modellen verrosten will, oder mit anderen Methoden bemalt, soll
dies auch tun, denn jeder soll sein Modell so bauen und bemalen, dass es
in erster Linie ihm selbst gefällt. |